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Das Pappelbatt, die Zeitschrift für Literatur, Menschenrechte und Spiritualität versammelt literarische Texte, die im gegenwärtigen Literaturbetrieb exkludiert werden. Die Moderne in ihren Zerstörungs- und Auflösungsphantasien und die Postmoderne in ihrer Beliebigkeit wollen einzig die „instrumentelle Vernunft“ (Habermas) gelten lassen, Intuition, (positive) Emotion und Spiritualität werden bekämpft. 


Die Moderne hievte das Ich auf den Thron, das herrscht von dort über Natur und Geschlechter, zerstört dabei in seiner Hybris die Umwelt, das Klima und menschliche Grundbedürfnisse. Die etablierte Mainstream-Literatur und -Kunst stellen wie viele Wissenschaften den herrschenden „kulturellen Überbau“ dar, und bilden bei Strafe der Ausgrenzung unhinterfragbare „Wahrheitsinstanzen“ (vgl. Kant: „Die Frage: Was heißt Aufklärung“. Genaueres dazu im Manifest der Ganzheit)


Die wirkliche Neuigkeit der im Pappelblatt publizierten Texte ist im Umstand begründet, dass Inhalte sowie Formen aller Kulturkreise wahrgenommen werden, nicht die einseitige, weltanschauliche Monopolmacht fordernde westlich-moderne Weltsicht gilt, die etwa die Existenz von Yin und Yang (dem männlichen und weiblichen Prinzip) oder das Wissen über die Einbettung des Menschen im Kosmos ausschließt.


Die Neuigkeitsfantastik der Moderne erschöpft sich heute in sprachlicher Aufgeblasenheit und thematischer Einfalt, alles Neue wird frenetisch bejubelt, doch neu ist nichts. Die ästhetischen Prinzipien der Moderne gelten seit 2oo Jahren, die ästhetischen Prinzipien ganzheitlicher Ästhetik sind wahrlich neu. (vgl: Ästhetik der Ganzheit v. Manfred Stangl)


Lyrik wird als Medium, die Verbundenheit der Ebenen Überbewusstes, Bewusstes und Unbewusstes zum Ausdruck zu bringen, geschätzt. Dies gelingt Lyrik speziell durch den Einsatz der Metapher – aber natürlich nicht ausschließlich.


Da sich das Pappelblatt zur Einhaltung der Menschenrechte bekennt, ist es auch demokratiepolitisch tätig, bei diversen Gelegenheiten werden Themen bestimmt, die die demokratischen und menschenrechtlichen Entwicklungen fördern sollen. Pappelblatt distanziert sich von rechtsextremen und anderen intoleranten, Hass fördernden politischen Strömungen, wie z.B. dem Antisemitismus. Was Spiritualität betrifft, auch dies sei deutlich formuliert, steht die Zeitschrift der naturnahen, ganzheitlichen Weltsicht der indigenen Nationen, wie z.B. den Hopi in Arizona, den östlichen Weisheitslehren, wie z.B. dem Yoga, seriösen Meditations-Schulen und -Traditionen und einem gelebtem (Ur-)Christentum sehr positiv gegenüber. Den Mainstream der modernen Esoterik, im Kapitalismus gelandet, mit oft seltsamen Ideologien überladen, häufig einem narzisstischen Gottesbild huldigend, kann Pappelblatt nichts abgewinnen. 


Manfred Stangl, Michael Benaglio